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Fasten

Fastenzeiten gab es immer. Am Anfang der Menschheit weil es nicht genug Nahrungsfunde oder nicht genug Jagdbeute gab.
Später durch die Religionen. Hier gab es nicht nur die Fastenzeit vor Ostern in der kein Fleisch gegessen wurde und alles andere nur in kleinen Mengen, auch die Adventszeit war eine Fastenzeit.
Heutzutage fasten immer mehr Menschen. Es gibt aber nicht nur Nahrungsfasten.
Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten oder Süßes werden gefastet.
Man könnte auch Fernseher, Computer, Smartphone fasten.
Oder auch Couch- und Sesselfasten.

Eine Nahrungs-Fastenform, die relativ leicht durchzuhalten ist und die gesundheitlich eine wirklich tolle Auswirkung hat ist das             

U(h)rzeitfasten.

Hierbei wird täglich für einen Zeitraum von 16 Stunden nichts was Kalorien hat (auch keine Getränke) zu sich genommen.
In den verbleibenden 8 Stunden wird gegessen. Genannt wird das: 16/8.

 

 

Warum tut uns das so gut?

Unsere innere Uhr gibt den Takt vor. Seit ca. 150 Jahren gibt es die Glühbirne und erst seit diesem Zeitpunkt haben wir unsere Mahlzeiten auch in die Nacht verlegt.  Vorher gab es für uns nachts keine Nahrung. Alle unsere Körpersäfte sind auf eine Tagverdauung und eine Nachtreinigung eingestellt.

Früher war es nicht üblich "fast food" und dann auch noch "to go" aufzunehmen. Es wurde der Tisch gedeckt, die Speisen aufgetragen und dann ganz in Ruhe gegessen, ohne Computer, Zeitung, Fernseher, Radio. Selbst Getränke wurden im Sitzen eingenommen. Es galt als unhöflich und unfein mit dem Essen oder dem Trinken in der Hand umherzulaufen. Mit einer "slow food" Esskultur konzentrieren wir uns intensiver auf unsere Nahrung. Wir kauen gründlicher, dadurch haben wir ein reichhaltigeres Geschmackserlebnis.

Unsere heutige Kultur hat es möglich gemacht, oder strebt es sogar an, ständig Kleinigkeiten wie Kekse, Schokolade, irgendwelche Riegel, Wraps, Burger schnell mal zwischendurch zu naschen. Die eigenlich für unsere Gesundheit so wichtige Kauarbeit wird vernachlässigt. Sie  ist auch bei der Konsistenz dieser Nahrung nicht notwendig, denn etwas das man ordentlich kauen müsste gibt es kaum als Nascherei zwischendurch. Die Fertignahrung wird rasch heruntergeschluckt deshalb ist sie mit vielen zusätzlichen Geschmacksverstärkern angereichert. Das verführt uns, diesen Genuss ständig wieder erleben zu wollen. Wir nehmen unsere Nahrung mal eben schnell, also im Stress auf. Wir halten kaum noch Pausen ein um die "eingeworfene" Nahrung verdauen zu können. Leider ist unser Verdauungssystem damit komplett überfordert.  Bei immer mehr Menschen kommt es zu Unverträglichkeiten, Verdauungsproblemen, Hautproblemen, Abwehrschwächen …..

Die Liste wäre noch lange fortzuführen.

 

Lassen wir unserem Körper lange genug Zeit ohne Verdauungsarbeit, beginnt das Wunder:

Nachdem der Körper alle verfügbaren Kohlenhydrate aus dem Blut und aus der Leber aufgebraucht hat, wird das gespeicherte Fett in Form von Ketonen als Zuckerersatz an das Gehirn und die anderen Organe, die ja weiterhin ihre Arbeit verrichten müssen, geschickt. Unser Stoffwechsel ändert sich: Ab einer Nahrungskarenz von 10-12 Stunden beginnt dieser Prozess. Zellbestandteile die entartet sind, werden repariert. Die Zellen beginnen sich selbst aufzuessen. Damit werden alle Dinge, die eigentlich nicht in eine Zelle gehören aufgeteilt in brauchbar - nichtbrauchbar. Das was uns ernährt und das was wir wieder zu neuen Körperzellen recyceln können wird wiederverwertet. Der Rest wird entsorgt.

Noch ein Vorteil hat diese "ketogene Ernährung": sollten Tumorzellen vorhanden sein werden sie ihrer Nahrungsgrundlage beraubt. Ketone sind nicht besonders nahrhaft für Tumorzellen.

 

Wenn das so ist, warum fasten wir dann nicht noch länger, oder stellen gleich um auf ketogene Ernährung?

Dieser Reparatureffekt passiert in einem Fastenzeitrahmen von ca. 10 - 20 Stunden. Ab dann wird die Reparaturarbeit wieder heruntergefahren.

Wir müssen aufpassen, dass unser Körper nicht auf Mangel umstellt. Dann beginnt er sehr sparsam mit den zugeführten Nahrungsmitteln umzugehen. Was bei anderen Diäten den oft zitierten Jo-Jo-Effekt hervorruft.
Bei einer Fastenzeit von 16 Stunden gewöhnt sich unsere innere Uhr daran zwischen 18:00 und 10:00 Uhr zu entgiften und zu reparieren.

Die Uhrzeit ist übrigens individuell veränderbar. Nachteulen essen vielleicht um 21:00 Uhr das Letzte, und Lerchen beginnen schon um 9:00 Uhr wieder mit einem Frühstück.

Eine komplett ketogene Ernährung, also ein Eiweißfasten, mag sehr schmackhaft sein, bringt unseren Körper aber in eine absoluten Mangelzustand. Unser Gehirn braucht Zucker, unsere Nerven brauchen Zucker, unsere Muskeln brauchen Zucker. Das Eiweißfasten liefert eine Unmenge Aminosäuren, die, wenn sie nicht gerade zum Muskelaufbau oder für Reparaturen nach einer Verletzung benötigt werden, zu giftigem Ammoniak umgewandelt werden und über die Niere entsorgt.

Auch das viele Fett in dieser Form der Ernährung bringt nicht nur Gutes. Das was nicht akut zur Energieherstellung benötigt wird, wird sofort eingebaut als Notration: in die Leber, in die Muskeln, überhaupt in alle Organe. Eine Flut an Fetten dümpelt im Blutstrom dahin. Häufige Erkrankungen heutzutage sind Herzkreislauferkrankungen und die nicht-Alkohol-bedingte Fettleber.

Möchte man Körpergewicht verlieren, ist es auch machbar, die nahrungsfreie Zeit auszudehnen auf 18 Stunden. Oder auch an 2 oder 3 Tagen in der Woche nur mittags eine Mahlzeit zu sich zu nehmen (immer mit einem Tag 16/8 dazwischen). Die Lebensmittel umzustellen auf fettarm, zuckerarm, naturbelassen möglichst wenig verarbeitet, verstärkt das Ergebnis auf überraschende Weise.